Veronica Klingemann
Praxis für Gestalttherapie
und Supervision


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Schizophrenie


Eine Frau mit der Diagnose Schizophrenie




Sie kam auf die Welt, vielleicht ein bisschen ungelegen. Ihr Vater war nicht ihr Vater, aber das sagte er ihr erst Jahre später, als der Vater, der kein Vater war, schon längst nicht mehr in der Familie war.
In den Arm genommen wurde sie selten, der Vater, weil er ein inzestiöses Trauma hatte, die Mutter wer weiß..

Schon als Kind saß sie meistens alleine in ihrem Zimmer. Es gab einen neuen Mann, ein neues Kind, auch dieser Mann ging, die Mutter trank und konnte nicht mehr arbeiten. Das Mädchen versuchte weiterzumachen, groß zu werden, sich um die kleine Schwester zu kümmern. Und sie war alleine.

Es brauchte lange, bis das Mädchen krank wurde, da war es fast dreißig, ihre Wehrlosigkeit und ihre Einsamkeit traten offen zu Tage.

Eigentlich hatte sie gelernt: das Wichtigste im Leben ist Autonomie, niemanden zu brauchen, von niemand enttäuscht und in Stich gelassen zu werden. Von niemanden beeinflußt zu werden, ein Höchstmaß an Kontrolle. Wer kann so leben?

Sie konnte es nicht, die Krankheit kam. Vielleicht der Raum um auffällig, ausfallend, erfinderisch, widerspenstig, verrückt, lebendig, aber auch wehrlos, bedürftig, gefährdet zu sein. Sie machte Feuer und sah den Flammen zu, wie sie alles um sie vernichteten, einfach so, bis jemand kam.

Ein neues Leben begann, in der geschlossenen Station des Krankenhauses. Menschen, die sie nicht in den Arm nahmen, die wenig erklärten. Und wieder nahm sie tapfer den Kampf auf, versuchte durchzuhalten, in diesem Chaos ein Orientierung zu finden.

Und nun? Die Medikamente helfen ihr, Kontrolle zu halten, über die Angst, die Einsamkeit, die Bedürftigkeit und die Wut und die Lebendigkeit.

Nur manchmal, da muss sie ausbrechen...


Veronica Klingemann